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Zypern - Insel der Aphrodite

 

- Paphos

 

- Kouklia

 

- Kourion

 

- Amathous

 

- Chirokitia

 

Land der untergehenden Sonne, Heimat der Aphrodite

... wurde die Insel Zypern im Altertum genannt. Schon vor 2.700 Jahren schwärmte der griechische Dichter Hesiod von der Insel als 'Göttliche Entdeckung', wobei er genauer gesagt die Göttin Aphrodite ins Spiel brachte.

Aphrodite, die Schaumgeborene, Tochter des Himmels, Uranos, und Gaia, der Mutter Erde, betrat an den Gestaden Zyperns erstmals irdischen Boden: "Wo immer sie ihre Füße aufsetzte, begannen Blumen zu sprießen."

Ihr zu Ehren errichtete man überall auf der Insel grandiose Tempel. So erkennen wir auf Zypern die ältesten Kraftorte vorwiegend als Heiligtümer dieser Göttin, ... und können ihren Spuren folgen.

 

 

Am herrlichen Strand von Paphos, bei dem markanten Felsbrocken von Petra tou Romion, lokalisiert der Mythos den Bericht des Geschichtsschreibers Hesiod von der Ankunft der Aphrodite auf Zypern. Alt-Paphos (Palea Paphos) war in der ganzen antiken Welt berühmt als Zentrum des Aphrodite-Kultes.

Das Heiligtum der Göttin in Kourion war in der Antike genauso bekannt wie die Apollon-Heiligtümer in Delphi, auf Delos und in Didyma. Paphos wird in literarischen Quellen in einem Zuge mit Delphi als Nabel der Erde bezeichnet.

 

Aber niemand weiß, wie weit zurück dieser Ort wirklich zu datieren ist. Kupfersteinzeitliche Funde lassen ab dem 4. Jahrtausend in Westzypern und in der Gegend von Paphos auf die Verehrung einer Fruchtbarkeitsgöttin schließen; anzunehmen ist, daß lange vor der Errichtung des weithin bekannten Tempels, sich hier ein Naturheiligtum der Großen Göttin befand.

 

 

Apollon-Hylates-Heiligtum in Kourion

 

Doch Paphos bietet vor der Kulisse des schimmernd blauen Meeres zwei Orte der Kraft.

 

Die Ruinen des Apollon-Tempels erheben sich 70 m über dem Meer eindrucksvoll auf einem Felsvorsprung mit dem Blick auf die Bucht und die Halbinsel Akrotiri.

Der Beiname des Apollon, HYLATES, heißt soviel wie 'Beschützer der Wälder'. Hylates ist ein nur auf Zypern verehrter Gottes-Aspekt, wahrscheinlich das Produkt einer Verschmelzung des griechischen Apoll mit einer einheimischen Gottheit, die die holzliefernden Wälder beschützte, oder mit einer nach Zypern überführten Gottheit aus dem Osten.

Neben einer Palästra, Zisternen und Bädern fällt eine kreisrunde Anlage auf, wo in sieben Löchern heilige Bäume standen, um die herum die Pilger rituelle Tänze vollführten. Es ist das einzige seiner Art im gesamten Mittelmeerraum.

Hier ist zum ersten Mal ein Kult nachgewiesen, der durch Terrakottaplastiken vorher schon bekannt war: Der Tanz um den Heiligen Baum. 

Das Aphrodite-Heiligtum von Kouklia

Das berühmte Aphrodite-Heiligtum liegt rund 15 km östlich von Paphos bei dem kleinen Dorf Kouklia. Es war eines der berühmtesten Heiligtümer im antiken Zypern und soll das Zentrum der Aphrodite-Verehrung im gesamten griechischen Altertum gewesen sein.

 

Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass hier, wie in anderen Tempeln, eine Statue der Aphrodite verehrt wurde, sondern die Quellen berichten von einem anikonischen Kultobjekt, das die Alten als »weiße Pyramide aus unbekanntem Material« beschrieben. Es war eine Sensation, als die Archäologen in der Nähe des Heiligtums tatsächlich einen konischen Stein fanden. Nur ist er nicht weiß, sondern schwarz. War er vielleicht mit weißen Tüchern umhüllt?

Eines jedenfalls ist sicher: Die anikonische Verehrung einer Gottheit ist ein Überbleibsel aus uralten Zeiten, als man sich die Gottheiten noch nicht menschengestaltig dachte; ein von der Form her ganz ähnliches Kultobjekt gab es übrigens auch in Delphi, nämlich den omphalos-Stein.

Aphrodite-Heiligtum in Amathous

Die Ruinen von Amathous liegen östlich der Stadt Limassol auf dem Gipfel und zu Füßen eines Hügels direkt am Meer. Die Grabungen haben dort einen großen Aphrodite-Tempel ans Licht gebracht, ein Prostylos mit korinthischen Kapitellen, der wie andernorts auf die Überbauung einer älteren Kultstätte hinweist.

Das alte Quellen-Heiligtum wurde in römischer Zeit ersetzt durch ein zentrales Nymphäum, von dem aus das Wasser zu den Wohnbezirken geleitet wurde. Nahe dem römischen Tempel wurde dann in der christlichen Spätantike eine monumentale Basilika errichtet.

 

Doch die größte Überraschung für den Kraftort-Suchenden liegt auf der Akropolis von Amathous. Auf dem Bergplateau lag ein Aphrodite-Heiligtum, aus dessen Ruinen man einen kolossalen Steinkessel ausgegraben hat. Die einzige Verzierung an der Replik (das Original befindet sich im Louvre) sind Stiermotive an den Steingriffen. 

Dieses voluminöse Gefäß erinnert an uralte Riten, an den berühmten 'Kessel der Erneuerung' auch anderer Kulturbereiche. Und an kaum einem Ort, mit dem vollkommenen Rundblick über Land und Meer, fühlt man sich dem Himmel näher.   

Auf Zypern ist nicht nur die Antike lebendig,

... die Insel verblüffte die Archäologen mit den rätselhaften Fundstätten einer der ältesten Siedlungen der Welt- geschichte.

Im Landesinneren, östlich von Limassol, liegt die älteste und mit ihren Rundmauern am besten erhaltene steinzeitliche Siedlung Zyperns, Chirokitia, die während zweier je 1.000 Jahre andauernden Phasen bewohnt war: von 7.000 bis 6.000 v.Chr. und von 4.500 bis 3.500 v.Chr. Warum die Einwohner zwischen der ersten und der zweiten Phase für 1.500 Jahre verschwanden, warum Chirokitia neu besiedelt und um 3.500 wiederum verlassen wurde, verblieb bisher im Dunkel der Geschichte.

Das Geheimnis um ihre Bewohner hält bis heute an, und nicht nur ihre Siedlungskultur will in kein archäologisches Konzept passen.

 

Ganz im Gegensatz zur sonst üblichen Bauweise viel später errichteter Anlagen im mesopotamischen und mediterranen Raum, ist Chirokitia nicht aus Lehmziegeln sondern aus Steinen erbaut. Kunst und Kultur treten in einer schon 'fertig' entwickelten Dorfkultur auf.

Die Toten waren direkt unter dem Fußboden der Wohnhäuser begraben (wobei sich die Frage stellt, ob es sich überhaupt um ein Wohngebiet handelte). In ihrer gekrümmten, embryonalen Haltung drückt sich ein Bestattungsbrauch aus, der über ganz Europa bis nach Asien üblich war, und für die Erwartung einer Wiedergeburt spricht. Auf manche der Toten hatte man einen großen Stein gelegt: das unverkennbare Zeichen dafür, eine Wiedergeburt zu verhindern.

 

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