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Türkei - Didyma

Das Apollon-Heiligtum - 'Tempel der Seherinnen'


Was Delphi dem Mutterland und den Kolonien im Westen bedeutete, das war den Griechen im südöstlichen Mittelmeerraum das Orakelheiligtum in Didyma. Mauern, Treppenaufgänge und Tore vermitteln noch immer den Eindruck des einst mächtigen Tempels. Mit den Überresten seiner gewaltigen Säulen ist er, trotz wechselvoller Geschichte und vieler Zerstörungsmerkmale, eine der am besten erhaltenen Tempelanlagen des antiken Griechenland.
Die von den Griechen einst liebevoll 'Didymaion' genannte Orakelstätte liegt an der Westküste der südlichen Türkei, im Altertum zu Griechenland gehörig, inmitten des kleinen Dorfes Yenihisar, in der Provinz Aydin, 50 km nördlich von Bodrum und 20 km südlich von Milet.

 

Als Naturheiligtum war diese Stätte bereits um 2.000 v.Chr. eine Besonderheit. Die Milesier errichteten, nach einigen Vorgängerbauten, gegen 540 v.Chr. einen größeren Tempel. Die nachfolgende Epoche, die ca. 100 Jahre währte, war die reichste und prunkvollste Zeit Didyma's.
Geschätzt war der Tempel auch für das Heilige Wasser seiner Brunnen, er war umgeben von einem Heiligen Hain, und die vielen heiligen Bestandteile aus Spenden und Votivgaben, die er beherbergte, haben ihn weit über die Grenzen Griechenlands berühmt gemacht.

 

Alexander der Große war dem Didymaion eng verbunden, seine Vorliebe für Orakel war weithin bekannt. Er begann nach der Plünderung und Zerstörung des Tempels durch die Perser (335. v.Chr.) mit dem Wiederaufbau. Geplant war ein Riesenbau, gleich dem Artemis-Tempel von Ephesos, der zu den sieben Weltwundern zählte. Zur Verwirklichung dieser ehrgeizigen Pläne kam es jedoch nicht.
Mit dem Bau des danach angelegten Tempels, dessen Ruinen wir heute vor uns sehen, wurden die berühmtesten Architekten von Milet beauftragt. Der Tempel wurde nie ganz vollendet, obwohl bis weit in die römische Kaiserzeit daran gebautwurde. Ende des 15. Jh. ist er, durch ein Erdbeben schwer beschädigt, zu einer Ruine aus Marmor geworden.
Doch allein die noch vorhandenen Relikte des Tempels sind eindrucksvoll, sie bezeugen die einstige Größe und Schönheit des Didymaion, dessen geheimnisvolle Kräfte bis heute ungebrochen sind. Daher erfreut sich der Tempel nicht nur als touristischer Anziehungspunkt großer Beliebtheit, sondern als lohnendes Ziel für Kraftort-Experten und sonstige feinfühlige Menschen.

 

 

Man betritt den Tempel an der Vorderseite durch eine doppelte Säulenreihe, den Pronaos - eine Halle mit 12 voluminösen Säulen, die aus drei Reihen mit je 4 Säulen besteht.

Hinter dem Pronaos befinden sich auf einer erhöhten, monumentalen Plattform drei Tore. Das Tor in der Mitte ist 6,6 m breit und 14 m hoch. Jeder der Marmorblöcke rechts und links in diesem Tor wiegt 70 Tonnen; sie sollen die schwersten Bauteile der gesamten antiken Welt Griechenlands gewesen sein.

 

 

 

Zwei Eingänge ermöglichen den Eintritt in den inneren Teil des Tempels. Durch schmale Gewölbegänge erreicht man den tiefer gelegten Innenhof. Von dort gelangt man, über eine groß angelegte Treppe, von der anderen Seite hinauf zur einstigen Orakelstätte.

 

In seiner Hauptfunktion war der Apollon-Tempel von Didyma ein Tempel der Seherinnen, der Jahrhunderte hindurch, nach dem Tempel in Delphi, das bedeutendste Orakelzentrum Griechenlands gewesen ist.

Beide Tempel stehen an besonderen Kraftorten, und nicht zuletzt waren es auch die Griechen die ihre Vorteile kannten. Die Orakelstätten wurden über einer Erdspalte errichtet, die den freien Fluss der Erdenergie zuließ. Meistens wurden solche Tempelstätten mit der Drachen- oder Schlangenkraft in Verbindung gebracht, es war im Glauben der Menschen der mythische Drache im Schlund der Erde, der rätselhafte Kräfte entfesselt. Das Symbol der Schlange oder einer Python ist dafür weit verbreitet. Die Schlange hauste in einer Höhle oder in einem Erdspalt, wo sie von eingeweihten Personen gehütet wurde.
Auch in Griechenland gehen diese Erkenntnisse weit in die Vorzeit zurück, diese heiligen Plätze waren ursprünglich der Erdgöttin Gaia geweiht. Dem Mythos nach wurden sie von dem Gott Apollon erobert, der den Drachen Python tötete und selbst als Apollon-Pythios (Drachentöter) in die Geschichte einging.

Apollon war ein Gott des Lichtes, repräsentierte aber verschiedene weitere Aspekte, wie logische Wahrnehmung und Gestaltung, gemäßigte Kraft und bildende Künste. Außerdem war er in allen Erscheinungsformen berühmt durch seine Eigenschaft der Voraussicht, die er, wie es in den alten Texten heißt, "… auf die Priesterschaft überträgt und diese als Orakel auftreten lässt."

Bewegende Bildnisse der Orakel-Priesterinnen von Didyma sind noch heute im Tempel zu sehen. Drei außergewöhnliche Steinskulpturen dieser Priesterinnen sprechen eine ganz eigene Sprache. Sie sind dargestellt in ihrer Funktion, während der Mitteilung ihrer göttlichen Worte. Die Gesichter haben einen verinnerlichten und vom Irdischen entfernten Ausdruck. Die Bildhauer dieser Skulpturen haben Erregung und Mitgefühl des Mediums auf einmalige Weise erfasst und dargestellt.

 

Wie wir heute wissen, stand der Dreifuß der Pythia auf einem hot-spot, einem Strahlungsfeld besonderer Qualität, an dem verschiedene energetische Kräfte, unterstützt durch die Architektur des Tempels, gebündelt wurden. Meist stand an dieser Stelle auch noch ein größerer Stein besonderer Qualität, der omphalos, der durch die Strahlung aufgeladen wurde. Dadurch entstand ein Schwingungsfeld mit hohen Frequenzen, durch das die Konzentration der Pythia auf die göttliche Eingebung gefördert und gehalten wurde.

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