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Malta

DIE GROSSE GÖTTIN UND IHRE TEMPEL

 

Die universelle weibliche Kraft in den Tempeln von Tarxien, Hypogeum, Hagar Qim und Mnajdra und Gigantija auf der Insel Gozo.

 

Will man das archaische Malta verstehen, wird man sich in die Zeit des Matriarchates zurückversetzen müssen.

Während dieser Epoche wurden hier gigantische Tempel errichtet.

In den Tempeln von Gigantija, Hagar Qim und Tarxien wurden Altäre, Opferschalen, Säulen und mit Spiralmustern verzierte Kammern ausgegraben sowie eigenartige, bisher nirgendwo anders in Westeuropa gefundene Statuen der Großen Göttin.

Das Rätsel um die Tempel auf Malta ist bis heute nicht annähernd gelöst. Vor 6.000. Jahren kamen Träger einer Steinzeitkultur nach Malta, die die Megalith-Technik (von mega = groß und lithos = Stein) mitgebracht und jene eindrucksvollen Tempel errichtet haben sollen. Waren Frauen die Architekten/innen dieser zyklopischen Bauwerke?

In allen Mythen der Welt ist die erste Schöpferin des Alls eine weibliche Gottheit. Die ursprüngliche "MAGNA MATER" war eine Göttin von umfassendem Wesen. Sie zeigt sich als die GROßE GÖTTIN in vielerlei Gestalt: als Mutter Erde, von der alles stammt, als Göttin von Leben und Tod, Schöpferin, Schicksalsgöttin und Herrin der kosmischen Ordnung, die den Lauf der Gestirne repräsentiert, die sich in Sonne und Mond manifestiert.

Daher ist sie eine kosmische Göttin, und sie ist die Göttin der Liebe. Sie ist das, was "die Welt im Innersten zusammenhält."

Die Große Göttin und die Frau stellten in der Alten Welt eine Symbiose dar. In der Verehrung der Großen Göttin spiegelt sich das Matriarchat, in dem über Jahrtausende der Frau eine erhöhte Stellung, ja sogar Göttlichkeit, als Kulturbringerin zugemessen wurde.


Erst 1902 wurde in Hal Saflieni, nahe der Hauptstadt Valetta, das unterirdische Hypogäum entdeckt, ein Höhlenlabyrinth, das mit 3 Stockwerken 11 Meter tief in den Stein getrieben wurde. Artefakte und architektonische Gestaltung der neolithischen Kultstätte lassen auf eine Nekropole und einen Ort der Weissagung schließen.

Betrachtet man Malta und seine Jahrtausende alte Geschichte bis zum späten Mittelalter, ja, bis heute, so fällt eines ganz besonders auf: Es ist die Errichtung von Tempeln, Kultstätten und Kathedralen, die einer weiblichen Gottheit gewidmet sind. Seit christlicher Zeit sind es Kirchen und Kathedralen der Marien-Verehrung.

Die Tempel von Tarxien, ganz in der Nähe der Hauptstadt Valetta, sind die meist besuchte Anlage der Insel. Die heute sichtbaren, zu einem Komplex zusammengefassten drei Tempel, entstanden am Ende der maltesischen Tempelkultur (um 3.000 bis 2.500 v.Chr.) auf einer früheren Kultstätte.

Im ersten Sakralraum steht die Nachbildung der Beinpartie einer Göttinnenstatue, die als älteste Kolossalfigur der Welt bezeichnet wird.

Die Tempel Hagar Qim und Mnajdra

aus dem Spätneolithikum (3.000 v.Chr.), liegen in einsamer Felslandschaft über der südöstlichen Steilküste. Die aus dem Boden ragenden 'stehenden Steine', so die Bedeutung des maltesischen Namens Hagar Qim (hadschar-'im).

Links sind die hohen, vom Seewind zernagten Blöcke zu erkennen, die über Jahrtausende aus der Erde ragten und der Stelle den Namen gaben. Sehr anschaulich ist die rekonstruierte Fassadenmauer aus jeweils drei Othostaten-Platten auf jeder Seite des Eingangs. Am Fuß der Fassade verläuft ein kniehoher Bankaltar mit etlichen eingemeißelten Opferlöchern für Trankopfer.

 

Im ersten Innenhof staunt man über die präzise gearbeiteten Steinplatten der Wände, sieht man die typischen Fenstersteine, zwei Blockaltäre mit Punktdekor sowie den berühmten Hagar Qim- Altar mit dem Farnrelief. Dahinter wurden die kleinen Votiv-Figuren der ,Magna-Mater' sowie die ,Venus von Malta' gefunden.


Der Haupttempel weicht in seiner Struktur deutlich von allen anderen Anlagen ab: Insgesamt sechs Säle sind hier nicht nach dem üblichen Staffelprinzip, sondern fast in Form einer Bienenwabe kombiniert.  

Bei allem Staunen wird man überwältigt von der unbeschreiblichen Kraft dieses Tempels. Man möchte sich zwischen den Steinen niederlegen und ruhen und nachdenken. In dieser Kraft liegt ein Frieden der nicht von dieser Welt ist - der Frieden der universellen, göttlichen Mutter?

Mnajdra - Teilansicht der Tempelanlage

Der Mnajdra-Tempel liegt einige hundert Meter entfernt, etwas tiefer auf dem Gesteinsplateau über der Steilküste. Während man in Hagar Qim nur die unermessliche Weite des Himmels wahrnimmt, öffnet sich auf dem Weg nach Mnajdra zusätzlich das weite Meer. Der Blick fällt auf einen der außergewöhnlichsten und schönsten Tempel Maltas und auf eine kleine vorgelagerte Felsinsel. Wenn du innehältst und dort genau hinschaust, siehst du vielleicht eine in Weiß gehüllte Frau auf dem Felsen stehen, mit weit geöffneten Armen: eins mit der Natur und dem Kosmos.

 

Deine Schritte beschleunigen sich von selbst, du lässt die Welt hinter dir. Der Rhythmus deines Atems verändert sich und wenn du im Tempel von Mnajdra angekommen bist, wirst du dich über die Klarheit in deinem Kopf wundern. Die Steine laden ein, dich niederzulassen, dich anzuschmiegen und dich auf etwas einzulassen wonach du dich lange gesehnt hattest.

Zögere nicht, dich in eine der Kammern zu begeben. Hier bist du willkommen mit allem was du mitbringst. Dies ist ein Ort, um mit dem Himmel zu kommunizieren.

Gigantija auf Gozo

Der älteste der Malta-Tempel ist Gigantija auf der Insel Gozo. Aufgrund der aus der Erde ragenden Felsblöcke war die Kultstätte nie ganz in Vergessenheit geraten. Die mittelalterliche Bevölkerung deutete sie als Werk einer Riesin und gab dem Platz den heutigen Namen.

Obwohl die seit Jahrtausenden Wind und Wetter ausgesetzten Steine verwittert sind, ist der Gesamtkomplex gut erhalten und erinnert an zyklopische Bauwerke aus sehr alter Zeit.

 

Nach heutigen Schätzungen sollen die einstigen Mauern 10 Meter hoch gewesen sein, die linke Seitenfassade ist heute noch 6 m hoch. Alle Wände waren für die ovalen, nierenförmigen Räume rund geschwungen. Dafür wurden massive Blöcke aus Korallen-Kalkstein verwendet, einige von ihnen sind bis zu 50 t schwer. Die Anlage lässt deutlich die für die Maltatempel so typische 'Kleeblatt-Form' erkennen. Der halbkreisförmige Vorhof könnte als Versammlungsplatz gedient haben.

Durchschreitet man den Eingang, öffnet sich das Innere des Tempels mit mehreren Apsiden. Ihre inneren Wände bestehen aus unregelmäßigen Blöcken. Die Wände waren einst verputzt und mit rotem Ocker bemalt, die Apsiden mit Kuppeln überdacht; die zentrale Passage war offen, so dass der Rauch des Opferfeuers entweichen konnte und natürliches Tageslicht hereinkam. In einer der Apsiden sind noch Blöcke der ursprünglichen Kultausstattung zu sehen.


Der innere Bereich des Haupttempels umschließt drei größere Seitenräume. Ihre eindrucksvollen Altarnischen und der Hauptaltar gehörten zum Allerheiligsten. Herd- und Feuerstellen für die 'ewige Flamme' und für das Rauchopfer mit aromatischen Gewürzen zur Reinigung sind erhalten.

 

Am Anfang wurden der Großen Göttin auf Malta keine blutigen Opfer gebracht, sondern Flüssigkeiten, Blumen oder Feldfrüchte. Erst in der Spätphase gab es Tieropfer. Überreste von Tierknochen in kleinen Kammern hinter den Altären lassen annehmen, dass hier Rituale zelebriert wurden.

 

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