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Die Externsteine

Die Externsteine liegen im Nordwesten Deutschlands, im Teutoburger Wald, etwa zwischen Detmold und Paderborn in Westfalen / Holzhausen/Horn-Bad-Meinberg.

 

Die ursprüngliche Bezeichnung der Steine in alter Zeit war OSNING, es ist ein zerklüftetes Sandsteinmassiv, das bei der Gebirgsbildung des Teutoburger Waldes entstand. Von der insgesamt 13 Felsen umfassenden Gruppe der Externsteine haben sich im Bewusstsein der Menschen vor allem die fünf mächtig herausragenden Felsen eingeprägt, vor denen eine weite Lichtung den offenen Blick auf die Felsengruppe ermöglicht.

 

Die rätselhaften Gestaltungen des alten Naturheiligtums werden in jedem Besucher Verwunderung und Fragen auslösen, die nur bei genauerer Betrachtung und in einem größeren Zusammenhang verständlich werden. Aber allein schon die zerklüftete, verwitterte Felsenkette des alten Osning, die sich mitten im Wald, von keiner größeren Entfernung einsehbar, hoch in den Himmel erhebt, ist mehr als beeindruckend.

 

Das Heiligtum war in früh-germanischer Zeit als Mysterienstätte weithin bekannt, aber bereits lange davor als ein von Druiden und einer geistigen Elite geführtes Schulungs- und Einweihungszentrum und als eine bedeutende Heilstätte.

Am Osning stand die Irminsul, im fanum, dem heiligsten Bezirk des Götterhaines. Irminsul hieß nicht nur Säule oder Baum, die Irminsul trug das All, sie galt als Brücke zur Ewigkeit und zur Erhabenheit der Natur. Sie war das Symbol der großen Weltesche, des Lebensbaumes der alten Völker: Das Herz der Dinge, Hort des Lebens, Ort und Symbol der Reinheit göttlichen Wirkens.

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Literaturhinweis auf mein Buch:

OSNING - Die Externsteine - Das verschwiegene Heiligtum Deutschlands
und die verlorenen Wurzeln europäischer Kultur

Neue Erde Verlag

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An den Externsteinen lag der traditionelle Sitz der Veleda, der Hohepriesterin, die noch in römischer Zeit den Rang einer Regentin einnahm, denn ein Heiligtum wie der Osning hatte für die Germanen nicht nur religiösen Charakter. Es war der Mittelpunkt ihrer Welt, dort wurde im Angesicht der Götter - an der Thingstätte vor den Felsen - Recht gesprochen, dort wurde über Krieg und Frieden entschieden, ihre Stammesführer wurden hier gewählt und 'auf den Schild gehoben'. Dorthin führten auf einer Heiligen Straße, von Paderborn über weitere Orte, die jahreszeitlichen Festumzüge, die weit mehr Bedeutung hatten als in orgiastischen Feiern zu enden.

 

Wie die ganze Gegend im Umkreis der Externsteine erfuhr der Osning einige Zerstörungen durch die Römer. Doch das alte Heiligtum war nicht leicht zu erobern, es wurde wehrhaft verteidigt von den ansässigen Stämmen, von Cheruskern, Marsern und Sugambrern. Das waren die alt-germanischen Volksstämme, deren Fürsten an den Externsteinen ihre spirituelle Einweihung erfuhren. Die Sugambrer zogen später von dort nach Westen, um noch in der Tradition des alten keltischen Königtums das Reich der Merowinger zu gründen, die über 4 Jahrhunderte das Reich der Franken regierten.

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Literaturhinweis auf mein Buch:

DIE MEROWINGER - Eine historische und spirituelle Spurensuche

Neue Erde Verlag

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Während das merowingische Reich erblühte und verging war das Heiligtum an den Externsteinen das Herz des freien, unabhängigen Sachsenlandes, das Karl der Große im 8. Jahrhundert mit einem mehr als 30-jährigen Krieg überzog, um die Sachsen zu missionieren und sie in sein Frankenreich zu holen. Im Jahre 772 besetzte Karl die mit dem Osning verbundenen heiligen Stätten in Paderborn und ließ mehrere Einrichtungen an den Felsen der Externsteine sprengen. Das Heiligtum wurde zwar seiner einstigen Einzigartigkeit beraubt, trägt aber bis heute noch viele interessante Merkmale aus alter Zeit.

 

Die bisherige Schilderung zählt allenfalls einige Jahrhunderte in der jüngeren Geschichte der Externsteine auf, der Osning kann sich rühmen, über viele Jahrtausende vor dem bekannt gewesen zu sein, wie viele Jahrtausende wissen wir nicht genau. Einiges weist darauf hin, daß der Osning schon ein Heiligtum während der Eiszeit gewesen ist, denn er stand nur wenige Kilometer vor dem Rande der eiszeitlichen Gletscher. Die Topographie erinnert an die in der Edda erwähnten 'Eisriesen', an denen der geheimnisvolle Ort Ginungagap wie in einer trichterförmigen Ausbuchtung gelegen haben soll.

 

Oder war der Osning das legendäre Asgard, der Sitz der göttlichen Asen? Auch darauf verweisen Mythologie und sehr lebendige Sagen, wie die Erzählung über die Wanderfahrt des Nordlandkönigs Gylfi zu dem alten Heiligtum.

 

Als Spaziergänger auf den langen Wanderwegen durch den Teutoburger Wald oder durch das Eggegebirge, wird man kaum annehmen, dass hier und dort auftauchende Steinsetzungen sowie sehr weit entfernte Gegenden - z.B. das 'Externtal' bei Porta Westfalica - vor langer Zeit zu einem zusammenhängenden und gut vermessenen Großraum der Externsteine gehörten, in dem der Osning der glanzvolle, im wahrsten Sinne des Wortes 'strahlende' Mittelpunkt war.

 

 

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